Buoch 300 Jahre älter als bisher belegt.


Im Nachgang zum Abbruch des Gebäudes Stuifenstraße 17 unmittelbar vor der West- und Eingangsseite der St. Sebastian-Kirche in Buoch hat das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart im Frühjahr dieses Jahres umfangreiche Grabungen durchgeführt, nachdem seitens des Heimatvereins Buoch auf die Wahrscheinlichkeit von Bodenfunden der sogenannten rotbemalten Buocher Feinware – Keramik aus der stauferzeitlichen Manufaktur in Buoch – hingewiesen wurde. Zahlreiche Scherbenfunde haben die Vermutung bestätigt. Die Auswertung durch das Landesamt für Denkmalpflege ist noch nicht abgeschlossen.


Die Grabung hat ein weiteres, für die Ortsgeschichte Buochs wesentliches Ergebnis erbracht. Die Freilegung zweier Skelette im unmittelbaren Umfeld der Kirche belegt die Existenz einer Begräbnisstätte, eines Kirchhofs, an dieser Stelle. Auf Veranlassung von Herrn Pfarrer Adelhelm hat die Kirchengemeinde zusammen mit dem Heimatverein Buoch und der Gemeinde Remshalden das Alter der Knochenfunde durch ein Fachinstitut der Universität Heidelberg bestimmen lassen. Dies hat ergeben, dass es sich bei den Funden mit geringer Fehlerwahrscheinlichkeit um 898 bzw. 1080 Jahre alte Gebeine handelt, mithin aus der mittelalterlichen Zeit um 934 bzw. 1116. Ein Kirchhof aus dieser Zeit setzt die Existenz einer Kirche voraus.


Der älteste Beleg für die Existenz einer Kirche in Buoch war bislang die Urkunde zur Übertragung des Patronats an der Buocher Kirche an das Kloster Lorch durch Heinrich von Neuffen aus dem Jahre 1270. Der Landeshistoriker Prof. Dr. Decker-Hauff wies allerdings schon 1982 in seinem Vortrag zur Einweihung des Buocher Gemeindehauses Gesichtspunkte auf, die für  die Existenz einer Holzkirche bereits in der Zeit um 620 bis 700 sprechen. Mit der Altersbestimmung der neuesten Skelettfunde wird die Existenz der Kirche und mithin einer Siedlung oder eines Dorfes bereits für die Zeit um 934 bis 1116 und damit das Alter von Buoch über 300 Jahre früher als bisher belegt. Die Wahrscheinlichkeit der Annahme von Decker-Hauff wächst damit ebenfalls. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Landesamt für Denkmalpflege aufgrund dieser neuen Erkenntnisse zu einer Fortsetzung der Grabung veranlasst sieht.



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